Gothic Friday – Januar: Wie bist Du in die Szene gekommen?

Merlin & Mim - 10.07.2011 Heute startet Robert’s Projekt Gothic Friday *freu*. 12 Themen werden in diesem Jahr rund um die schwarze Szene von Robert vorgegeben  und wer Lust hat schreibt einen Artikel dazu.

Der Januar startet mit der Frage: “Wie bist Du in die Szene gekommen?”

Nach und nach “reingeschlittert” würde ich sagen … es war kein Prozess von jetzt auf gleich. Dazu muss ich in meiner Vergangenheit graben.

Aufgewachsen auf der Insel Helgoland kannte ich keine Gothic’s. Waver und Punks gab es auf der Insel, die auch äusserlich zu erkennen waren, sehr wenige. Aus den Print Medien (damals Bravo oder Popcorn) ist die Gothic Szene völlig an mir vorbeigegangen und TV habe ich eher selten geschaut. Als Kind der 80er waren bei uns auf der Insel die sogen. Popper überall zu finden. Warum gerade dieser Stil so stark angenommen wurde weiss ich nicht … ich gehörte nicht dazu. Damals gehörte ich wohl eher zu den sogen. Öko’s … Latzhosen, Schlabberpullis, Jesuslatschen[1] waren nunmal saubequem ;)

Ich startete in den 80er musiktechnisch mit der NDW[2]. Im Musikunterricht hörte ich dann “The Rime Of The Ancient Mariner” (aus dem Album Powerslave) von Iron Maiden. Ich war von diesem Stück fasziniert und von diesem Zeitpunkt infiziert mit dem Heavy Metal Virus ;) Etwas später kamen dann Die Ärzte und Die Toten Hosen hinzu.

1992 zog ich ganz auf’s Festland und hörte ich zum ersten Mal die Musik von Deine Lakaien. Das Album “Dark Star” wurde prompt besorgt und seitdem liebe ich die Musik von Alexander und Ernst. Besonders “Love Me To The End” hat es mir bis heute angetan.

1993 besuchte ich das Zwischenfall in Bochum und war fasziniert von der Musik, den Menschen sowie der Vielfältigkeit und dem positiven Umgang untereinander. Aus Gründen auf die ich nicht näher eingehen möchte war es der erste und leider letzte Besuch im Zwischenfall, ebenso wurden meine optischen sowie persönlichen Veränderungen von Aussen wahrgenommen und sozusagen “im Keim erstickt”. So vergingen 11 Jahre bevor ich wieder mit der Szene in Berührung kam.

2004 nahm das Schicksal seinen Lauf ;)
Am 03. Juli 2004 besuchte ich trotz Widerstand aus dem privaten Umfeld das Castle Rock Festival in Mülheim an der Ruhr und lernte die Musik von ASP, Diary of Dreams und weiteren Bands kennen. Ich fühlte mich auf diesem Festival sehr wohl und die Musik war einfach genial.

Bereits 2003 lernte ich meine beste Freundin Bianca in einem 3D Forum kennen, zunächst kannten wir uns nur online … bis zum legendären Treffen Ende Juli 2004 in Köln wo wir uns das ersten Mal live und in Farbe begeneten. Die Chemie zwischen uns stimmte von der ersten Minute an und ich bin bis heute der Meinung das Bianca ein Auslöser war mein bisheriges Leben zu ändern.

Natürlich spielte auch mein Merlin eine entscheidende Rolle … ihn lernte ich ebenfalls in dem 3D Forum (das Forum gibt es leider nicht mehr) kennen sowie live bei unserem Treffen in Köln. Ohne ihn würde ich heute noch vor mich hin dümpeln[3] und hätte mich sicher nicht so entfalten können wie es heute der Fall ist.

Zusammenfassend kann ich sagen das ich mich über sehr viele Jahre hinweg in ein Leben habe zwängen lassen in das ich nicht hineingehörte, weil ich nicht den Mut, die Unterstützung und den “Stiefkopp”[4] hatte auszubrechen und das zu tun was mir gefällt und gut tut. Tja und so bin ich in die Szene “reingeschlittert” ;)

  1. Die Bezeichnung Jesuslatschen stammt aus der Hippiezeit und verspottet die damals so beliebten Sandalen aufgrund ihrer Einfachheit.
  2. Neue Deutsche Welle
  3. dümpeln = nicht von der Stelle kommen
  4. Sturkopf; jd., der unnachgiebig ist

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