Ist Gothic (D)ein Lebensstil?

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Eigennützige Handlungen

Wenn Robert schreibt: „Ihr habt bei die­ser sicher nicht ein­fa­chen Gothic Friday-Frage aber immer­hin einen Vor­teil: ihr habt Zeit zum Über­le­gen!“ hat er Recht.
Diese Frage zur September Thematik ist alles andere als schnell mal eben nebenher beantwortet.

Die Basis meiner Lebenseinstellung wurde ganz einfach von meinen Eltern geschaffen und auch in meinen wilden Jahren wurde ich von ihnen immer wieder auf’s Neue geprägt. Auf der Insel ist das Leben etwas „anders“ als auf dem Festland und so hatte ich keine Szenezugehörigkeit (oder war mir dessen nicht bewusst). Man war entweder miteinander befreundet oder eben nicht, dabei spielte es keine Rolle ob der andere nun Popper, Öko oder Punk war. Auch später auf dem Festland wurde meine Lebenseinstellung nicht durch eine Szenezugehörigkeit beeinflusst.

Ich habe den Einstieg über die Musik zur schwarzen Szene gefunden und die Musik für mich einer der Hauptbestandteile meines Lebensstils. Ebenso der Ausdruck durch die Kleidung, welcher mir wichtig ist … ich meine jetzt nicht das Aufbretzeln o.ä. sondern die ganz normale Alltagskleidung eines Schwarzanhängers an jeden beliebigen Tag. Auch wenn viele Kleidung als oberflächlich ansehen, so sehe ich das etwas anders. Durch die bewusste Abgrenzung und Provokation kommt man nunmal mit anderen Menschen schneller ins Gespräch als mit Hawaiihemd, Shorts und Tenninssocken *smile* … wahrscheinlich ist das auch regional abhängig, habe ich hier auf dem Land bis dato u.a. durch die Kleidung interessante Gespräche führen dürfen. Auch durch meine aktive Elternarbeit in der Schule begegne ich neben Schülern, Lehrern natürlich auch Eltern die Anfangs skeptisch mir gegenüber getreten sind, jedoch hat bis dato niemand es verweigert mit mir zusammenzuarbeiten … haben sie längst feststellen dürfen das wir auf einer Wellenlänge sind was das Engagement an der Schule und die Bildung unserer Kinder anbelangt.

Die Möglichkeit meine Individualität ausleben zu dürfen, viele inspiriende, konstruktive Gespräche/Diskussionen mit Gleichgesinnten zu führen, einfach geniale Musik zu hören (zum größten Teil weit ab vom Mainstream), ein gesundes Maß an Zusammengehörigkeit zu spüren, einfach schöne Erlebnisse auf Treffen/Konzerten/Festivals festzuhalten, stundenlang auf Friedhöfen ins Innere-Selbst einzukehren und den Gedanken freien Lauf zu lassen, sind u.a. Teile meines Lebens die ich mit der Szene verbinde.

Jap, Gothic ist (m)ein Lebensstil. Ich fühle mich in dieser schwarz(-bunten) Szene wohl und habe meinen Platz gefunden … ich bin angekommen sozusagen.

8 Gedanken zu „Ist Gothic (D)ein Lebensstil?

  1. Ich glaube fest daran das wir die Gespräche im nächsten Jahr führen können und freue mich sehr darauf. Danke an Dich und Dina für diesen (wie auch die Anderen) sehr interessanten GF … ich bin gespannt auf die noch kommenden 3 Themen.

  2. Das mit den inspirierenden Gesprächen von Angesicht zu Angesicht steht immer noch aus. Ich weiß, dass es stattfinden wird. Danke Dir für den tollen Beitrag, das Bild von euch beiden ist das schöne Schlußstrich zu deiner Ansicht.

  3. Danke Dir Melle, freut mich das Dir der Beitrag gefallen und das Du Parallelen finden konntest :)
    Ich denke in jedem der Gothic Friday Beiträge zu diesem Thema finden wir ein Stück von uns Selbst wieder … und das ist auch gut so :)

Kommentare sind geschlossen.