6. Feb. 2010 | stoffel in Teilgebiete betreffend | Tags: Gedanken
Wie so oft im Leben kommt eins zum anderen … da schwirrt einem eine Idee im Kopf umher und am Ende ist von der ursprünglichen Idee nur ein Bruchteil bzw. der Grundgedanke übrig. Der Anreiz kam von Konna, der in seiner 4. Blogseminarsitzung uns Bloggern eine kleine aber feine Bonusaufgabe stellte: Experimentiert einmal ein wenig und schreibt einen ganz anderen Blogeintrag als sonst… Und eben über diese Bonusaufgabe grübelte ich.
Bis mir, warum auch immer, der Dove Spot “Evolution” in Erinnerung kam und ich eigentlich etwas darüber schreiben wollte. Aber wie das beim stöbern im Internet nun mal so ist, findet man da ein anderes Video, da einen anderen interessanten Beitrag und schwups ist man von der ursprünglichen Idee abgekommen.
So landete ich auf diversen Netzpräsentationen von Drag Queens, welche ich mir einige Tage anschaute, bewertete (gefällt mir das Gezeigte, stimmt die Qualität, etc.) und mich ein bisschen mehr mit der Thematik beschäftigte. Was ist eigentlich eine Drag Queen? Wikipedia beschreibt es in einem Satz: “Eine Drag Queen ist ein Mann, der in meist übertriebener Weise durch Aussehen und Verhalten eine Frau darstellt.” Aha, gut das wusste ich schon und weiter?
Von der Geschichte bis zur heutigen Zeit möchte ich jetzt nicht näher eingehen, das ist auf Wiki bereits sehr gut beschrieben. Was weiss ich über Drag Queens? Aus den Medien kenne ich Olivia Jones, Lilo Wanders, Dame Edna um nur 3 von Vielen zu nennen, und diese 3 Genannten mag ich sehr gerne. Dann wurde ich beim stöbern durch’s Netz auf die Seite von Sheila Wolf aufmerksam, die zwar aufgrund der Farbgestaltung anstrengend zu lesen ist, aber interessante Einblicke in das Leben einer Drag Queen bietet. Auf ihrer Seite schreibt sie unter anderem:
…Die Form der Verwandlung hätte auch anders stattfinden können, in Form eines hübschen Herthatrikots zum Beispiel, denn jeder Fan versucht sein äußeres Erscheinungsbild dem jeweiligen Club anzupassen, teilweise bis zur völligen Unkenntlichkeit. Diese Art der Verkleidung wird in der Gesellschaft weitestgehend akzeptiert, wenn auch oft etwas belächelt. Ganz im Gegensatz zur Travestie, die aus meiner Sicht auch nur eine Honorierung eines Clubs ist, nämlich des Clubs der weiblichen Werte. Mal als Persiflage, mal ganz ernst dargestellt, wird sie jedoch von viel zu vielen Menschen als grenzwertig, teilweise sogar als perverse Abnormität abgetan…
…Mein Streben ist es, eine Zusammenstellung derer zu bieten, die in Berlin und Deutschland viel zu lange unter dem Deckmantel der “Nachtgestalten” agieren und mit ihren künstlerischen Darbietungen oder auch nur mit ihren Erscheinungen und der Kunst der Verwandlung viele Menschen begeistern…
Diese Aussagen haben mich sehr beeindruckt, zeigen sie doch wie Intolerant die Gesellschaft immer noch ist (leider!). “Man muss es nicht mögen, man kann es aber tolerieren” hat meine Mutter mir immer wieder gesagt, wenn ich als Kind abfällig über etwas gesprochen habe, und dieser Satz hat mich für’s Leben geprägt … aber zurück zum Thema.
Andere Identitäten wie Intersexuelle, Transgender, Drag Queens und Kings haben in unserer Gesellschaft keinen Platz. Warum frage ich mich? Nunja die “übliche” Geschlechterrolle sieht vor das Jungs zu starken, durchsetzungsfähigen Männern und Mädchen zu fürsorglichen, liebevollen Frauen herangezogen werden. Wer sich nicht in das gesellschaftliche Schema einfügt, muss mit Herabwürdigungen oder Schlimmeren rechnen. Laute Frauen werden nicht als durchsetzungsstark sondern hysterisch und empfindsame Männer werden zu Weicheiern degradiert. Individualisten wie z.B. Drag Queens sind da für viele fehl am Platz. Völliger Quatsch und gefährliches Allgemeindenken in meinen Augen.
Drag Queens sind beeindruckende Künstler, was schon für mich schon beim “Styling” beginnt:
Weiterhin sind sie diejenigen die wirklich echten Glamor versprühen, wovon sich so manch eine nationale/internationale öffentliche Perönlichkeit eine Scheibe abschneiden sollte. Ob nun ernst oder spassig ohne Drag Queens wäre die Welt grau, unpersönlich und einfach langweilig. Schön das es sie gibt … achja und wer über den Titel dieses Beitrags grübelt der sollte nochmal nachdenken
Filmtipps zum Thema … herrlich schräg und mit einer guten Prise Ernsthaftigkeit: To Wong Foo oder Ein Käfig voller Narren




Super Artikel und klasse Video
Ich find es Hammer, wie der Typ “danach” aussieht. Ich mag Drag Queens, Transvestiten ect. das sind mit die Menschen, die nicht in eine Schublade passen und Farbe und Humor in diese Welt bringen!!Es wäre schade wenn es die “anderen” Menschen nicht geben würde, dann wären wir Menschen alle gleich…..absolut gruselige Vorstellung, wie ich finde.
Danke Dir Süsse
Und ich kann Dir nur uneingeschränkt zustimmen.
Die Verwandlung ist phänomenal.
Ich finde es auch Wahnsinn, was für eine Zeit alleine das Schminken, in Anspruch nimmt.
Auch ich ziehe meinen Hut vor solchen Leuten …
Markus wie wäre es wenn wir Dich beim nächsten Mal so stylen?
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